Warum du jede Chance nutzen solltest
Manchmal passiert das Leben einfach. Eine Freundin fragt dich, ob du Lust auf einen Yoga-Urlaub hast, eine Instagram-Werbung macht dich auf einen Boxkurs in deiner Nähe aufmerksam oder ein Kollege lädt dich zu seiner Einweihungsparty ein. Und ganz ehrlich? Ohne groß nachzudenken, solltest du immer deinem ersten Impuls folgen, wenn sich neue Gelegenheiten ergeben. Wenn du ein neues 1. Mal haben kannst. Wenn du gefragt wirst, ob du Bock hast etwas neues auszuprobieren.
Meine Reaktion auf solche Chancen? Zu 99% „Nein.“ In der Vergangenheit. Mein Kopf und meine Angst vor Bewertung beherrschten mein Handeln, bzw. meine Grundlage Entscheidungen zu treffen. Die „Vorsicht!“ rufende Stimme meiner Kindheit wurde auf einmal wieder sehr und ich lehnte höflich ab.
Aber jetzt mal ganz ehrlich: Genau diese Momente, in denen du mal kurz oder mal länger deine Komfortzone verlässt, lassen dich in Wirklichkeit wachsen. Nicht der weitere Abend auf der Couch mit Netflix. Und genau diese Momente schaffen Erfahrungen, von denen du dein ganzen Leben erzählen wirst, sind die Fotos auf dem Handy, die du dir immer wieder ansieht und deinen Liebsten immer wieder davon erzählen wirst. Egal ob du dabei schlechte oder gute Erfahrungen gemacht hast, das spielt gar keine Rolle: Eine Erfahrung ist eine Erfahrung und die kann dir niemand mehr nehmen.
Tipp: Mach dir bewusst, dass du häufig die Dinge bereust, die du NICHT getan hast, als die Dinge, die du getan hast.
Unterwasser-Schmetterlinge
Ich kriege noch heute Kribbeln im Bauch, wenn ich an meinen Tauchkurs in Thailand denke und wie ich das erste Mal ganz langsam in die wunderschöne Unterwasserwelt im wahrsten Sinne eingetaucht bin. Diese Stille um mich, nur meinen Atem und die Luftbläschen um mich herum, die leise knistern und im Sonnenlicht glitzern. Die bunten Farben der Anemonen, Korallen und kleinen Fische, der Sand in warmen gelb. Alles fühlte sich auf einmal so leicht an, der lästige Bleigurt und die schwere Sauerstoffflasche auf dem Rücken waren vergessen. Die langsamen Bewegungen, dass du nur mit deinem Atem deine Bewegung beeinflussen kannst und du als stiller Beobachter die Wunder von Mutter Natur bewundern kannst, haben mich zutiefst beeindruckt und bewegt. Die (Unterwasser-)Schmetterlinge tanzen auch jetzt gerade wie wild in meinem Bauch, wenn ich mir diesen Moment in Erinnerung rufe 🙂
Dieser Tauchkurs war eine Gelegenheit, die ich total impulsiv ergriffen habe. Eigentlich hatten mein Freund und ich nur einen dünnen Geldbeutel bei unserer 6-wöchigen Backpacking-Reise durch Thailand nach unserem Studium, aber mein Freund wollte unbedingt Tauchen. Und ich habe meine Angst einfach mal ignoriert und hab „Ja!“ gesagt.
Safety First
Gerade noch über diese mutige Entscheidung gefreut, geht auch schon das Bullshit Kopfkino mit dem Blockbuster „Zweifel & Angst“ los: Ich hab in Deutschland gar keinen Gesundheitscheck gemacht, macht das mein Körper mit, wie ist das versicherungstechnisch, kann man wirklich ertrinken, ist das eine seriöse Tauschschule, bestehe ich die Theorieprüfung und und und.
Unser Gehirn ist auf Sicherheit gepolt. Es ist evolutionär gesehen über 5.000 Jahre alt und hat sich seit dem nicht so wirklich weiterentwickelt und befürchtet daher bei jeder unbekannten Situation den Säbelzahntiger, der einen angreift. Dessen muss man sich bewusst sein, dass unser limbisches Gehirn erst einmal überzeugt werden muss, dass alles in Ordnung ist.
“Meet people, go places, do things.“
PADI Motto
Vor dieser Reise und dem Tauchkurs war ich ein übervorsichtiger Mensch und ich habe häufig die Gelegenheiten nicht beim Schopf ergriffen, da mein Kopf mein Herz übertönt hat. Seit dieser wahnsinnig tollen und erfüllenden Erfahrung, habe ich mir das PADI Motto immer wieder in Erinnerung gerufen, wenn sich etwas ergibt.
Mein Freund und ich lächeln uns heute immer noch an, wenn es darum geht: Verbringen wir jetzt lieber den Abend auf der Couch oder gehen wir noch aus? Wir rufen uns „Dinge tun!“ zu und wissen genau, was gemeint ist. Die PADI Lernvideos auf Deutsch übersetzen ihr Motto nämlich sehr wörtlich. Daher ist mein Aufruf ganz klar: Das Leben ist zum ER-LEBEN da – also meet people, go places, do things!
Erzähl mir in den Kommentaren von deinen Mutausbrüchen und Momenten, in denen dein Herz über Kopf gewonnen hat 🙂


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